Commons UND Commoning im kapitalistischen Umfeld

Lesedauer bei 300 Wörter pro Minute: 7 Minuten

Kommening-eMail-Liste UND Luise M.

Hallo, in diesem barrierefreien Blogbeitrag geht es um die Persönlichkeit Luise M. UND die Kommening-eMail-Liste, sowie im kapitalistischen Umfeld um die Themen Commoning UND Commons.

Transparenz-Info UND Trigger-/Inhalts-Warnung

Die Infos hier von hybrid-leben.de sind kombiniert konsumierbar, sprich – fĂŒr alle EndgerĂ€te sichtbar Desktop, Tablet UND Smartphone.
Warum diese Info? Einige Webdomains geben alle Infos barriere-frei an Desktop-GerĂ€te frei und bauen kĂŒnstlichen Barrieren fĂŒr MobilgerĂ€te wie Tablet & Smartphones ein, Ă€hnlich wie es #IchBinArmutsBetroffen und/oder #Neurodivergent oft im Alltag erleben. Transparenz-Info und Trigger-/Inhalts-Warnung von hybrid-leben.de.

eMail-Inhalt

Lieber Horst, liebe alle,

mithilfe von nerdiger UnterstĂŒtzung aus meinem sozialen Umfeld habe ich eine Version des Gesellschaftsspiels „Monopoly“ gebaut, in der es darum geht, Wohnraum aus dem Markt herauszukaufen und sich gemeinsam politisch zu engagieren. Gewissermaßen ist es hybrid, da es in einem kapitalistischen Umfeld spielt, wo auf den meisten PlĂ€tzen Miete zu entrichten ist. Es ist aus der Perspektive von Menschen mit mittlerem/niedrigem/ohne Erwerbseinkommen gestaltet. Die Ereigniskarten und Gemeinschaftskarten habe ich angepasst und ein paar Mechaniken verĂ€ndert, um aus dem kompetitiven Spiel ein kooperatives Spiel zu machen. Über die Ereignis- und Gemeinschaftskarten könnte mensch auch ohne aufwendige Extra-Mechaniken noch auf bereits gelebte alternative Praktiken aufmerksam machen. Gekaufte Straßen und HĂ€user sind einfach Gemeinschaftseigentum – ohne auf etwaige rechtliche Probleme in der „echten Welt“ einzugehen.

Achtung: Es kommt Kriminalisierung von Armut, Obdachlosigkeit und Erwerbslosigkeit in dem Spiel vor. Es ist eine extreme Vereinfachung von möglichen Dynamiken in der echten Welt. Damit möchte ich niemandem auf die FĂŒĂŸe treten, der/die solche Dinge eventuell schonmal in der echten Welt erlebt hat. FĂŒr VerbesserungsvorschlĂ€ge bzw. generell Feedback bin ich ganz Ohr!

Ich habe es zunĂ€chst mal auf Englisch erstellt – um es internationalen Menschen leichter zugĂ€nglich zu machen. Nun gibt es aber auch eine deutsche Version – beides im Anhang 🙂

Spielmaterialien:
. Job-Karten x 26 (davon 9 x erwerbslos, 6 x mit $360 Gehalt, 6 x mit $250 Gehalt, 5 x mit $750 Gehalt)
. Ereigniskarten: wie im Original bis auf 5 StĂŒck (2 x jemand aus der Gruppe kann einen neuen Job annehmen; 2 x Person, die die Karte zieht, verliert ihren Job; 1 x neutral: „Du entdeckst eine Bibliothek und kannst nun kostenlos BĂŒcher ausleihen – Wie alternativ!“)
. Gemeinschaftskarten: wie im Original bis auf 11 StĂŒck (4 x Umwelt-Bewegung beitreten, 4 x Care-Arbeit-Bewegung beitreten, 1 x ein Feld in konsumfreien Raum verwandeln, 1 x Grundsteuer: $100 fĂŒr jedes gemeinschaftlich besessene StĂŒck Land, 1 x $50 fĂŒr Strom bezahlen, 1 x neutral: „Ist es nicht schön, dass Wasser nicht privatisiert ist? Denk dran, genug zu trinken :)“)

Es besteht keine „schlagkrĂ€ftige“ Gruppe in dem Sinne, aber einige Leute aus meinem Freundeskreis haben schon Spaß an dem Spiel gehabt. (Nachdem wir die GehĂ€lter soweit heruntergesetzt haben, dass selbst mit Zusammenlegen noch ein bisschen gespart werden muss, um eine Immobilie zu erwerben, wurde es ziemlich spannend). Es wird sicher noch öfter in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gespielt werden.

Falls ihr auch ein Monopoly-Spiel herumliegen habt, probiert diese Version gerne mal aus und berichtet mir von euren Erfahrungen!
(Bei mir in der Gruppe kamen unterschiedliche GefĂŒhle dazu auf, Geld gemeinsam zu verwalten, gerade, wenn manche ein hohes und andere gar kein Einkommen hatten.)

Viele liebe GrĂŒĂŸe,
Luise

Monopoly Commons-Version Instructions

Objective of the Game

Instead of aiming to be filthy rich, the goal of the game is to replace capitalist structures
with alternative ones by working together.
Wealth in terms of money is only treated as a means to an end, e.g. to buy houses away
from the market – but since the players do not belong to the upper class, there is not so
much of it available in the first place. All the players can do to obtain wealth is work, so
the income of one player alone may not be enough to shift major assets…
The players win if either:
. they form a coherent group of activists or
. they have housing for everyone or
The players have lost if …
…3 people are in jail at the same time.
The game ends when all the players have passed the “LOS”-field 3 times. (originally: 5
times)

Before the start of the Game

Each player receives two “houses” – they represent a type of occupation.
Each player draws one “job” card from 3 possible options – there are also some
“unemployed” cards.
➔ If they choose a job, they put one of their houses into the “wage labour” section
in the middle of the board
➔ If they do not get one, they put one of their houses into the “surviving
precariousness” section in the middle of the board
Each player receives their first salary.

Things that happen each round

Player throws the dice (people can decide together whether to lend their dice to another
player for that – may come in handy if you try to reach a specific spot on the map).
They interact with the square they land on.
End of turn: If they have a job, they receive a salary.

Types of squares on the Game Board

Streets

Option 1: Pay rent (according to the card)
Option 2: try to buy it (lending each other money is allowed)
Option 3: throw a die and hope the number is lower than 6 (1st quarter), 5 (2nd quarter), 4
(3rd quarter), 3 (4th quarter) => you hide somewhere on the premise and sleep there (If
you get caught, you have to go to jail)
(For each house on a street, one more player can live there. In order to buy a house, you
have to obtain all streets of that colour.)

Railroads (Bahnhöfe)

If you land on a railroads square, you can buy a train ticket to the opposite railroads
square for 250 $.

Jail

If you had a job before, you lose it.
Next 2 rounds, throw the dice: If they have the same number, you can leave the jail – if
you are unlucky for 2 rounds, you have to pay a fine of 500$ and get freed. After leaving
jail, you are still on the jail square, but on the edge of it. (If you were lucky enough to get
out of jail by throwing two identical numbers, you can throw the dice again and walk the
number you threw.)

Go square (Los)

End of the year bonus salary – or as an unemployed person you get $200 (If you stop on
the los square itself, you get 250$)

Community-Square (Gemeinschaftsfeld)

Draw a community card.

Event square (Ereignisfeld)

Draw a red card.

Electricity square

Option 1: Pay 60$ for fossil energies
Option 2: Pay 20$ for a solar panel on the roof of one of your houses (if you have one)
Option 3: Buy the place

Water square

Take a sip of water and enjoy the beauty of good water supply
(Facultative option: buy the place and charge future passersby the 80-fold of the sum of
their dice)

“So what do you do?”

If all the players (with bigger groups, 4 / 5 players) have a house in one political
movement, something magical happens:

Environmental activism:

They make their area super sustainable – what a role model for other areas to follow suit!

Social care-work:

There are enough social workers to take care of the elderly in your area – how lovely to
see people age in dignity

Burn-Out:

If you have 3 houses in the middle, each round you throw a die – if it is a 6, you have a
burnout and have to remove one house.

Spicy Add-on:

If there is no more money to give to you, you lose your job – best luck!

Ziel des Spiels

Anstatt darauf hinzuarbeiten, steinreich zu werden, besteht das Ziel des Spiels darin,
kapitalistische Strukturen durch Zusammenarbeit durch alternative Strukturen zu
ersetzen.
Reichtum in Form von Geld wird nur als Mittel zum Zweck betrachtet, z.B. um HĂ€user
aus dem Markt herauszukaufen – aber da die Spielenden nicht zur Oberschicht gehören,
steht ihnen ohnehin nicht so viel Geld zur VerfĂŒgung. Das Einzige, was die Spieler tun
können, um an Geld zu gelangen, ist zu arbeiten. Daher kann es gut sein, dass das
Einkommen einer einzelnen Spielerin nicht ausreicht, um grĂ¶ĂŸere Vermögenswerte zu
verschieben…
Die Spielenden gewinnen, wenn:
. sie eine kohÀrente Gruppe von Aktivisti bilden oder
. sie genug Wohnraum fĂŒr alle haben
Die Spielenden haben verloren, wenn…
… 3 Personen gleichzeitig im GefĂ€ngnis sind.
Das Spiel endet, wenn alle Spieler das Feld „Los“ dreimal passiert haben. (im Original:
5-mal)

Vor Spielbeginn

Jede Spielerin erhĂ€lt zwei „HĂ€user“ – sie stehen fĂŒr eine Art BeschĂ€ftigung.
Jede Spielerin zieht 3 „Berufskarten“ und wĂ€hlt daraus eine fĂŒr sich aus – es gibt auch
einige „Erwerbslosen“-Karten.
➔ Wenn Sie einen Job haben, legen Sie eines Ihrer HĂ€user in den Bereich
„Lohnarbeit“ in der Mitte des Spielbretts.
➔ Wenn Sie erwerbslos sind, legen Sie eines Ihrer HĂ€user in den Bereich „von wenig
Geld ein Leben bestreiten“ in der Mitte des Spielbretts.
Jede Spielerin erhÀlt ihr erstes Gehalt.

Was in jeder Runde passiert

Die Spielerin wĂŒrfelt (die Spielenden können gemeinsam entscheiden, ob sie ihre WĂŒrfel
einander dafĂŒr leihen – das kann nĂŒtzlich sein, wenn mensch versucht, einen
bestimmten Punkt auf dem Spielbrett zu erreichen).
Sie interagiert mit dem Feld, auf dem sie landet.

Ende der Runde: Wenn sie einen Job hat, erhÀlt sie ein Gehalt.

Arten von Feldern auf dem Spielbrett

Straßen

Option 1: Miete zahlen (gemĂ€ĂŸ der Karte)
Option 2: Versuch, sie zu kaufen (gegenseitige finanzielle UnterstĂŒtzung ist erlaubt)
Option 3: WĂŒrfeln und hoffen, dass die Zahl niedriger ist als 6 (1. Viertel) / 5 (2. Viertel) / 4
(3. Viertel) / 3 (reichstes Viertel). => Sie verstecken sich irgendwo auf dem GrundstĂŒck
und schlafen dort. (Wenn die gewĂŒrfelte Zahl zu hoch ist, werden Sie erwischt und
mĂŒssen ins GefĂ€ngnis.)
Auf Straßen, die den Spielenden bereits gehören, muss keine Miete gezahlt werden und
kann einfach so ĂŒbernachtet werden.
(FĂŒr jedes Haus in einer Straße kann eine weitere Spielerin dort wohnen. Um ein Haus zu
kaufen, mĂŒssen alle Straßen dieser Farbe erworben worden sein.)

Bahnhöfe

Wenn Sie auf einem Bahnhofsfeld landen, können Sie fĂŒr $ 250 eine Zugfahrkarte zum
gegenĂŒberliegenden Bahnhofsfeld kaufen.

GefÀngnis

Wenn Sie bisher einen Job hatten, verlieren Sie ihn.
In den nĂ€chsten 2 Runden wĂŒrfeln Sie mit 2 WĂŒrfeln: Wenn Sie ein Pasch wĂŒrfeln,
können Sie das GefĂ€ngnis verlassen – wenn Sie beide Male Pech haben, mĂŒssen Sie
eine Strafe von $ 500 zahlen und werden freigelassen. Nach dem Verlassen des
GefÀngnisses befinden Sie sich immer noch auf dem GefÀngnisfeld, aber am Rand
davon. (Wenn Sie das GlĂŒck hatten, durch ein Pasch aus dem GefĂ€ngnis zu kommen,
können Sie noch einmal wĂŒrfeln und die gewĂŒrfelte Zahl Schritte gehen.)

Los-Feld

Jahresendbonus: Sie erhalten im VorĂŒbergehen ein weiteres Gehalt. Erwerbslose
erhalten $ 200 im VorĂŒbergehen. Wenn eine erwerbslose Person auf dem Los-Feld
landet, bekommt sie $ 250.

Gemeinschaftsfeld

Ziehen Sie eine Gemeinschaftskarte.

Ereignisfeld

Ziehen Sie eine rote Karte.

ElektrizitÀtswerk

Option 1: Zahlen Sie $ 60 fĂŒr fossilen Strom.
Option 2: Zahlen Sie $ 20 fĂŒr eine Solarzelle auf dem Dach eines Ihrer HĂ€user (falls Sie
eins haben).
Option 3: Kaufen Sie den Ort.

Wasserwerk

Nehmen Sie einen Schluck Wasser und genießen Sie die Annehmlichkeit einer nicht
privatisierten Wasserversorgung.
(Fakultative Option: Kaufen Sie den Ort und berechnen Sie zukĂŒnftigen Passant*innen
das 80-fache der Summe ihrer WĂŒrfel.)

„Und was machst du so?“

Wenn alle Spielenden (bei grĂ¶ĂŸeren Gruppen 4 / 5 Spielende) ein Haus in einer
politischen Bewegung haben, geschieht etwas Tolles:

Umweltaktivismus:

Sie machen ihre Region super nachhaltig – was fĂŒr ein Vorbild fĂŒr andere Regionen,
diesem Beispiel zu folgen!

Sozialarbeit:

Es gibt genĂŒgend Sozialarbeiter*innen, die sich um die Menschen in Ihrer Region
kĂŒmmern – wie schön, wenn Menschen in WĂŒrde altern und lernen können.

Burn-Out:

Wenn Sie 3 HĂ€user in der Mitte haben, wĂŒrfeln Sie jede Runde – wenn Sie eine 6 wĂŒrfeln,
haben Sie ein Burnout und mĂŒssen ein Haus entfernen.

Pikanter Zusatz:

Wenn kein Geld mehr fĂŒr Sie da ist, verlieren Sie ihren Job…

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